Jetzt den Kampf in die Betriebe tragen!

Am vergangenen Samstag nahmen in Stuttgart in der Spitze bis zu 3.000 Gewerkschafter:innen an einer Kundgebung und einem anschließenden Demonstrationszug von IG Metall, Verdi und DGB teil. Erfreulicherweise deutlich mehr als zunächst von uns befürchtet, aber angesichts der politischen und betrieblichen Lage zu wenig. Es sieht leider so aus, als hätten nicht wenige das Vertrauen in ihre Gewerkschaften verloren.

Jeden Monat werden tausende gut bezahlter Industriejobs gestrichen oder in Niedriglohnländer – oft mit autoritären Regimen und schwachen Gewerkschaften -verlagert. Währenddessen Millionen von Beschäftigten von der Regierung und den Bonzen aus den Chefetagen als faul, überbezahlt und dauernd krank verhöhnt werden.


Die von Generationen von Gewerkschafter:innen erkämpften sozialstaatlichen Errungenschaften werden einem – in vor kurzem noch unvorstellbaren Tempo – steigenden Rüstungsetat geopfert. Die Zwangsmusterung für die junge Männer ist ab diesem Jahr beschlossene Sache; und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis dem die allgemeine Wehrpflicht für den nächsten Krieg von deutschem Boden aus folgt.


Angesichts dieser Situation reicht es nicht aus, auf der Gewerkschaftskundgebung „Es reicht!“ zu rufen und am Montag darauf, doch wieder zu hoffen, dass es irgendwo irgendwelche Kapitalisten gäbe, die mit denen man als Gewerkschaften ein „Bündnis“ für was auch immer schließen könnte.


Es ist offensichtlich, die Kapitalisten haben der Arbeiterklasse und ihren Organisationen den Krieg erklärt. Also worauf wartet ihr? Dass die Tauben mit sich reden lassen? Dass die Unersättlichen euch etwas abgeben? Oder die SPD und die Linkspartei euch retten werden, wenn ihr sie denn gewählt habt?

Wartet nicht länger, denn es macht alles nur schlimmer! Das Streben der Unternehmen nach höchstmöglichem Profit ist im Kapitalismus eine Notwendigkeit. Der Kapitalismus führt immer zu Krieg; denn es bleibt ihm nichts anderes übrig – selbst auf die Gefahr des eigenen Untergangs – mit seinem imperialistischen Rivalen, um die (Neu)Aufteilung der Welt zu kämpfen.


Dort wo die Kapitalisten uns herausfordern, müssen wir den Mut haben, bis zu Ende zu kämpfen! Gewinnen oder verlieren. Nicht die Einigung auf vermeintlich „sozialverträglichen Lösung mit Personalabbau“ und sich danach selbst etwas vormachen mit, „wir haben das Schlimmste verhindert!“. Immer nur diese Kompromisse zeigt den Bossen, dass die nächste Betriebsschließung eine Frage des Geldes und nicht des Prinzips für die Gewerkschaft ist.


Wir müssen Beispiele schaffen, dass wer kämpft auch gewinnen kann! Dass einmal von den Bossen oder der Regierung getroffene Entscheidungen gekippt werden können. Daran richtet sich unsere Klasse auf. Dazu müssen wir begreifen, dass Sozialpartnerschaft und das Übliche „Wir regeln das für euch als Betriebsrat und Gewerkschaftsspitze“ am Ende sind.


Überall in der BRD sind in den letzten Jahren rote, sozialistische und kommunistische Gruppen, meist junger Genoss:innen, entstanden. Die meisten von ihnen wollen Teil einer kämpfender Arbeiter:innenbewegung sein; betriebliche Kämpfe nach Kräften unterstützen und politische Fragen in die Betriebe tragen. Das kann unseren Gewerkschaften neue Kraft geben, wenn wir dieses neu erwachende politische Bewusstsein von großen Teilen der Jugend als Chance begreifen.

Make the union great again!

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